Bohrmaschine vs Bohrhammer – Unterschiede und Funktionen

Handwerker stellen sich nicht selten die Frage, ob sie einen Bohrhammer kaufen sollen oder ob eventuell doch die Schlagbohrmaschine das richtige Elektrowerkzeug für sie ist. Während es sich bei einer Schlagbohrmaschine um ein wahres Multitalent handelt, ist der Bohrhammer eher ein „Kraftprotz“ für widerspenstige Materialien. In diesem Ratgeber werden Ihnen die Unterschiede und Funktionen der beiden Werkzeuge sowie auch deren Einsatzmöglichkeiten noch etwas genauer erklärt. Welche Maschine für Ihre Einsätze die richtige ist, hängt hauptsächlich von den Materialien ab, die damit bearbeitet werden sollen.

Schlagbohrmaschine

Leistung und Drehzahl

Wie bereits angeführt ist die Schlagbohrmaschine ein wahres Multitalent. Sie wird mit Holz, Beton und auch Lochziegeln fertig. Daher gibt es bei den Modellen auch ein breites Leistungsspektrum. Für Heimwerker eignen sich Modelle zwischen 500 und 1.000 Watt. Diese Maschinen dürfen eigentlich in keiner Werkstatt fehlen. Dabei bedeutet eine hohe Wattzahl in der Regel auch mehr Kraft. Eine ordentliche Schlagbohrmaschine sollte schon ein Leistungsvermögen von mindestens 650 Watt mitbringen. Dann sind Sie auch für die allermeisten Bohrarbeiten gut ausgerüstet. Günstige Geräte vom Discounter werden den an sie gestellten Anforderungen nicht immer gerecht. Eine hochwertige Schlagbohrmaschine mit 1.000 Watt verfügt im Allgemeinen über zwei Getriebestufen. Mit dem ersten Gang arbeiten Sie mit einer niedrigen Drehzahl. Er bringt auch die meiste Kraft mit. Daher können Sie mit dem ersten Gang zum Beispiel große Löcher bohren. Der zweite Gang funktioniert mit höheren Drehzahlen. Er bringt nicht so viel Power auf. Daher eignet er sich zum Herstellen von Löchern mit kleinem und mittleren Durchmessern.

Schlagzahl: Eine starke Leistung bedeutet in der Regel auch, dass die Maschine mehr Gewicht auf die Waage bringt. Allerdings können „No-Name“ Geräte bei der gleichen Leistung durchaus schwerer sein als Modelle von namhaften Herstellern. Beim Kauf einer Schlagbohrmaschine sollten Sie auch die Schlagzahl im Blick haben. Sie gibt den Schlag pro Minute an. Dabei kommt es sowohl auf die Anzahl der Schläge als auch auf die Kraft an, mit der diese ausgeführt werden.

Drehmoment: Etablierte Hersteller von Schlagbohrmaschinen führen in ihren Produktbeschreibungen die Zahl der Drehmomentstufen an. Diese Angaben zeigen Ihnen auf, wie viel Drehkraft die Bohrmaschine entwickeln kann. Das Drehmoment lässt sich über das Drehrad einstellen. Sie wählen aus, welche Kraft aufgewendet werden soll. Für härtere Materialien benötigt die Maschine auch mehr Kraft.

Schrauben

Mit einer Schlagbohrmaschine können sie bohren, hämmern und schrauben. Möchten Sie die Maschine nur zum Bohren einsetzen, dann sollten Sie vor allem auf die Leistung achten. Ein Modell, mit dem vorrangig geschraubt wird, sollte über eine variable Drehzahlregelung verfügen. Außerdem ist ein Rechts- Linkslauf sinnvoll. Des Weiteren sollte das Modell mit einem Schnellspannfutter versehen sein. Dann benötigen Sie keinen Schlüsseln zum Werkzeugwechsel.

Beton bohren

Beim Bohren in Beton kann auch eine gute Schlagbohrmaschine durchaus einmal an ihre Grenzen stoßen. Sie besitzt zwar ein Schlagwerk, das zugeschalten werden kann, trotzdem kann das Bohren in harten Materialien wie Beton mit viel Mühe verbunden sein. Wird das Schlagwerk hinzugeschaltet, dann schlägt die Maschine nach vorne. Verantwortlich dafür sind die beiden Zahnscheiben, die übereinander rutschen. Viele effektive Schläge sorgen dafür, dass Sie ein gutes Bohrergebnis erzielen können. Sie müssen die Schlagbohrmaschine dazu gleichmäßig fest an die Wand pressen. Gute Modelle sind mit einem Überhitzungsschutz versehen, damit wird der Motor geschützt. Beim Bohren in Beton wird auch die Mechanik der Maschine sehr belastet. Dadurch verschleißen Geräte die häufig für sehr harte Materialien verwendet werden, um einiges schneller. Daher eignet sich ein Bohrhammer zum Bohren in massive Werkstoffe wesentlich besser.

Bohrhammer

Schlagen und Drehbohren

Anders als mit einer Schlagbohrmaschine ist das Bohren in Beton und Granit mit einem Bohrhammer meist sogar beinahe ein Kinderspiel. Mit einem Bohrhammer gelingt es auch Heimwerkern Löcher in massive Werkstoffe wie Vollziegel, Granit und Co. zu bohren. Er arbeitet sich mit kraftvollen Schlägen in das Mauerwerk. Sein pneumatisches Schlagwerk funktioniert mit Druckluft. Daher müssen Sie beim Bohren weniger Kraft zum Andrücken aufwenden als bei einer herkömmlichen Schlagbohrmaschine. Das Schlagwerk treibt den Bohrhammer wie von selbst in die Wand. Maschinen, die über eine Drehstoppeinrichtung verfügen können außerdem für Meißelarbeiten verwendet werden. Mit dem kraftvolle Bohrhammer ist auch das Über-Kopf-Arbeiten möglich. Er kann zum Bohren, Meißeln, Schrauben und Hämmern verwendet werden. Anzuführen gilt es hier auch, dass bei Modellen mit einem Schnellspannfutter der werkzeuglose Bohrer- und Meißelwechsel möglich ist. Beim Kauf eines Bohrhammers sollten Sie darauf achten, dass er mindestens 4.000 Schläge in der Minute schafft. Damit sich die Maschine auch als normale Bohrmaschine nutzen lässt, muss sich das Hammerwerk abschalten lassen.

Mithilfe des sogenannten SDS-plus Bohrfutters wird die Schlagkraft des Bohrhammers perfekt auf den Bohrer übertragen. Dieses Bohrfutter sorgt für das nötige seitliche Spiel im Schaft. Dadurch werden die Schlagbewegungen erst ermöglicht. Damit auch in weichere Materialien gebohrt werden kann, bieten einige der Hersteller ein Adapter-Bohrfutter an, das nur auf das SDS-plus-Bohrfutter aufgesteckt werden muss. Bei einigen Bohrhämmern kann das SDS-Bohrfutter komplett durch ein Schnellspannbohrfutter ersetzt werden, das dann an der Getriebewelle angebracht wird. Damit können Sie auch feine Bohrarbeiten durchführen, ohne dass die Bohrlöcher ausfransen. Bohrhämmer mit einem extra Schnellspannbohrfutter verfügen in der Regel über einen zweiten Gang, für das hochtourige Bohren ohne Schlag.

Bohrloch

Wie bereits berichtet, ist das Bohren wirklich keine Hexerei. Wichtig ist, dass Sie das passende Gerät bei der Hand haben. Bevor es losgeht, sollten Sie überprüfen, ob sich auch keine Strom- und Wasserleitungen an der geplanten Bohrstelle befinden. Des Weiteren ist auch auf die richtige Größe des Bohrers zu achten, damit Ihnen das perfekte Bohrloch gelingt.

Fazit

Bohrhammer und Schlagbohrmaschinen, beide dieser Geräte haben ihre Stärken. Die Schlagbohrmaschine ist ein Multitalent, mit der Sie bohren, hämmern und schrauben können. Sie gehört eigentlich zur Grundausstattung einer jeden guten Werkstatt und sie ist für den normalen Heimwerker Gebrauch eigentlich ausreichend. Der Bohrhammer nimmt es im Gegensatz zur Schlagbohrmaschine auch mit widerspenstigen Materialien auf. Er muss mit einem SDS-Bohrfutter ausgestattet sein, damit sich die Spitze der Bohrer drehen sowie vor und zurückbewegen kann. Welches Werkzeug für Sie passender ist, hängt von der Häufigkeit des Einsatzes sowie von den zu bearbeitenden Materialien ab.

Quellen

https://bohrhammerfuchs.de/

Redaktion
Redaktion: Leonie Pfeiffer

Mein Name ist Leonie Pfeiffer, Jahrgang 1984. Ich wohne seit 2013 in Salzbergen, bin eine glückliche Ehefrau und Mutter von 2 wundervollen Kindern. Ich schreibe bei Dailycoffeebreak über verschiedene Ratgeber Themen, vorwiegend in den Kategorien Haushalt und Freizeit.

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